Der Artikel sucht die kultischen Deutung des Tura-Hymnus und des Gebetshymnus aus TT 139 (s. dazu Teil 1, in: SAK 25, 1998, 161-188) zu verallgemeinern, die beide vorher einer im Verborgenen blühenden 'Dissidentenliteratur' unter Echnaton zugeschrieben worden waren. Die Stele oder das Graffito mit dem Gebetshymnus in der Ich-Form gehört danach grundsätzlich in einen vom Wab eingeleiteten, offiziellen Kultvollzug. Er allein führt als sozial herausragender Kultbeauftragter einer Gruppe die Petitionsanrufung des rettenden und richtenden Gottes im dunklen Raum durch. Der Sonnenhymnus des Privatgrabes zeigt den Grabherrn in der Rolle des Wab, die er - wenigstens temporär - zu Lebzeiten als Kultführer tatsächlich täglich ausgefüllt hat. Die Sonnenhymnen der Privatgräber leiten sich ab von den zunächst nicht verschriftlichen Hymnen, die (temporär agierende) Wab-Priesterbeamte an der sakralen Institution (vom Palasttempel bis hin zur Kapelle des Dorfgottes) vorgetragen haben. Der tägliche hymnische Vortr